Seit wann unterrichten Sie an der ASS?
Ich unterrichte seit Februar dieses Jahres und fing somit zum zweiten Halbjahr 2015/16 an.

Welche Fächer unterrichten Sie und warum?
Ich unterrichte Musik und Biologie und musiziere, seitdem ich fünf Jahre alt bin. Mein Vater ist auch Musiker, dadurch bin ich mit der Musik aufgewachsen und so zeichnete es sich ab, dass ich später auch einen Weg in diese Richtung einschlagen würde. Als ich mich entschied, Lehrerin zu werden, stellte sich die Frage, welches Fach ich als Zweites nehmen würde. Wenn man nur Musik unterrichtet, wird man, glaube ich, verrückt. Ich überlegte danach, welche Fächer mir in meiner Schulzeit Spaß gemacht hatten und ich konnte an jedem etwas aussetzen. Biologie allerdings bereitete mir von der fünften Klasse an bis zum Abitur Freude und deshalb entschied ich mich schließlich dafür.

Foto: Schubert

An welcher Schule waren Sie vorher?
Ich absolvierte mein Referendariat an der Otto-Hahn-Schule in Frankfurt.

Was war Ihr Ersteindruck der ASS?
Das war ganz witzig, weil ich erst kurz vor Februar das Vorstellungsgespräch hatte, in dem mir die Stelle angeboten wurde, und kurz nach dem Gespräch der Tag der offenen Tür an der ASS stattfand. Herr Schmidt schlug vor, vorbeizukommen und mir schon einmal die Schule anzuschauen. Als Erstes war ich von dem Gebäude überwältigt, weil mir der Altbau sehr gut gefällt und mich an meine alte Schule erinnert, diese war vom Baustil sehr ähnlich. Die Schüler der ASS waren alle sehr höflich und hielten mir, als ich hereinkam, die Tür auf und sagten „Danke“, „Bitte“ und „Guten Tag“. Diese Art kannte ich von meiner vorherigen Schule nicht.

Wie fanden Sie Ihre Schulzeit und mochten Sie die Fächer damals auch schon?
Ja, ich hatte eine ganz normale und gute Schulzeit. Wenn ich darüber nachdenke, war ich, glaube ich, selber ein Streberkind, wie man im Schülerjargon sagen würde. Ich machte immer sehr viel Musik in der Schule, sang z.B. im Chor und begleitete ihn später mit dem Klavier. Im Orchester war ich allerdings lieber, aber dort spielt man seltener Klavier. Wenn man Musik macht, besitzt man einen „Sonderstatus“.

Was war Ihre Motivation, Lehrerin zu werden bzw. war es schon immer Ihr Traumberuf?
Nein, das war es nicht. Nach dem Abitur brauchte ich etwas länger, um zu wissen, was ich werden möchte. Daraufhin absolvierte ich zwei verschiedene Praktika, um andere Dinge, die mir auch gefielen, auszuschließen. Zuerst war ich bei einer Grafikagentur tätig, weil ich gerne zeichne und gestalte, aber man verbringt die meiste Zeit nur am Computer. Außerdem war ich für ein halbes Jahr am Theater, in der Dramaturgie. Dort schrieb ich Programmhefte für das Theater, was interessant war, aber nach einiger Zeit doch langweilig wurde. Man arbeitete viel am Schreibtisch, setzte sich mit Büchern auseinander und überlegte, wie man die Programmhefte gestalten könnte. Aufgrund dessen entschied ich mich gegen diese Berufe. Die Schule bereitete mir immer sehr viel Spaß, weshalb ich einen Berufsweg in diese Richtung einschlagen wollte. Ich erinnerte mich an meine Lehrer während meiner Schulzeit. In der Mittelstufe und auch schon in der fünften Klasse, setzte man Schüler, die problematisch waren, etwas nicht verstanden hatten oder sozial schwierig waren, immer neben mich. Anschließend musste ich mich um diese Schüler kümmern, die Lehrer sagten immer: „Sophie, mach das mal“, um sich mit einem Problemschüler weniger auseinandersetzen zu müssen. Das funktionierte erstaunlicherweise immer sehr gut, ich war immer sehr geduldig und half den Schülern immer und erklärte nicht Verstandenes. Außerdem ermahnte ich einige Schüler, die erstaunlicher- und bis heute unerklärlicherweise, auf mich hörten. Als ich mir diese Geschehnisse ins Gedächtnis rief, war ich davon überzeugt, dass dieser Beruf zu mir passt.

Welche Art von Lehrerin möchten Sie gerne sein?
Ich finde, das ist die schwierigste Frage. Mir ist es immer wichtig, dass man ein gutes Schüler-Lehrer-Verhältnis, im Unterricht viel Spaß hat und gemeinsam lachen kann, auch wenn sich Lehrer und Schüler nicht immer einig sind, welche Themen cool sind. Aber ich glaube, man wünscht sich, dass man als Schüler, später als Erwachsener und schließlich als alter Mensch, an seine Schulzeit zurückdenkt und sich an einige Lehrer zurückerinnert. Die meisten davon verschwimmen in der grauen Erinnerung. Ein bis zwei prägten einen während der Schulzeit. Bei mir waren es mein Deutsch- und mein Musiklehrer. Der Deutschlehrer war für mich bedeutend, weil er recht viel wusste und genialen Unterricht machte. Mein Musiklehrer war menschlich gesehen sehr cool. Und ich möchte gerne zu diesen Lehrern gehören, die man später noch als fair, witzig oder nett in Erinnerung behält. Ich möchte eine Lehrerin sein, an die man sich positiv zurückerinnert und nicht etwa an die Tatsache, dass man Musik meinetwegen hasste. Das wäre für mich ein Albtraum.

Was würden Sie Schülern auf den Weg geben, wenn sie sagen, sie möchten gerne Lehrer oder Lehrerin werden?
Es kam sogar letztens eine Schülerin aus der neunten Klasse auf mich zu und fragte mich danach. Ich finde es toll, wenn man das in einem jungen Alter verfolgt. Diese Schüler sollte man bestärken. Ich kann dazu nur sagen, dass es ein toller Beruf ist, der aber auch sehr anstrengend sein kann. Auf der einen Seite kann man als Lehrer Schülern sehr viel mitgeben und auch von ihnen menschlich sehr viel zurückbekommen. Allerdings muss man bereit sein, diese Anstrengung zu tragen. Auf der anderen Seite berate ich auch hinsichtlich der Fächerwahl: Viele fragen, welches Fach es sich lohne zu studieren oder mit welchem man später bessere Jobaussichten habe. Das ist meiner Meinung nach die falsche Herangehensweise, um sich für seinen Beruf zu entscheiden. Man sollte das Fach wählen, welches einem Spaß bereitet, auch wenn der Jobaussichtskalkulator vom Land Hessen eine schlechte Prognose für das Fach vorhersagt.

Welche Instrumente spielen Sie?
Klavier spiele ich, seitdem ich sechs Jahre alt bin. Während des Studiums musste ich noch Saxophon und Gitarre für zwei Semester spielen, aber ich würde niemals behaupten, dass ich diese Instrumente beherrsche. Neben dem Klavierspielen singe ich auch.

Wie entdeckten Sie Ihre musikalische Begabung?
Ich glaube, dass mein Vater merkte, dass ich schon als Kleinkind immer zu unserem Klavier ging, Tasten drückte und es mir gefiel. Daraufhin meinte er, ich sollte einmal ausprobieren, Klavier zu spielen.

Wie gestalten Sie Ihre Freizeit?
Sehr viele Schüler wissen schon, dass ich sehr gerne Computerspiele spiele, seitdem ich ungefähr 13 Jahre alt bin. Inzwischen fotografiere ich auch gerne und mag es ins Kino zu gehen. Ich bin ein großer Filmfan. Immer wenn ich Zeit habe und Filme laufen, die mich interessieren, gehe ich gerne ins Kino. Außerdem mag ich es spazieren zu gehen und dabei die Sonne zu genießen.

Was ist Ihr Lieblingssong bzw. Ihr Lieblingsmusikstück?
Das ist eine schwierige Frage, da ich viele verschiedene Songs und Stücke mag. Ich habe immer Phasen, in denen ich ein Genre häufiger höre und später etwas komplett Anderes. Natürlich ist bei mir auch die Mischung aus Klassik und Pop vorhanden. Ich nenne ein klassisches Stück, welches ein „all-time favourite“ ist, und einen Song, der in den „Top Ten“ zu finden ist. Mein Lieblingsstück der Klassik ist die „Ungarische Rhapsodie in cis-Moll“ von Franz Liszt und mein Lieblingssong ist „Thriller“ von Michael Jackson.

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