Jeder kennt es: Man entdeckt sich selbst auf einem Foto auf Snapchat, von dem man nicht wusste, dass es existiert. Während man sich fragt, wie das Bild zustande gekommen ist, sehen dieses immer mehr Menschen.

Muss man sich das gefallen lassen? Ist das in Ordnung? Nein! Jeder Mensch hat das Recht am eigenen Bild - dies ist ein im Grundgesetz abgesicherter Teil des Persönlichkeitsrechts! Es ist ein Grundrecht.

Foto: "Her precious!" von Daniele Civello. Lizenz: CC BY-NC 2.0

Auf das Persönlichkeitsrecht kann man sich öfter berufen als gedacht, wie zum Beispiel auf Familienfesten und Zusammentreffen unter Freunden. Im Gegensatz zu öffentlichen Veranstaltungen, wie zum Beispiel Konzerten, Fußballspielen oder Festen, bei denen man es hinnehmen muss, auf Fotos der örtlichen Zeitung aufgenommen zu werden, sind gezielte Einzelaufnahmen während geschlossener Veranstaltungen gesetzlich geschützt. Veröffentlichungen, Texte und Bilder einzelner Personen ohne deren Einverständnis können einen Straftatbestand erfüllen. Die Strafen sind meistens Geldstrafen in Verbindung mit einer sogenannten Unterlassungserklärung, wobei die Höhe der Geldbußen bis in hohe sechsstellige Summen gehen kann. Auf der sicheren Seite ist man also grundsätzlich, wenn man auf Film und Fotomaterial befindliche Personen (freundlich) um ihr Einverständnis bittet. Ansonsten ist es sinnvoll diese grundsätzlich unkenntlich zu machen.

Aber was kann man nun machen, wenn man nicht nach seinem Einverständnis gefragt wurde? Bei klasseninternen Fotografien ist es am sinnvollsten, zunächst mit dem Mitschüler zu reden und diesen zu bitten, das Foto aus dem sozialen Netzwerk zu entfernen. Zur Klärung kann aber auch eine Vertrauensperson, wie beispielsweise die Eltern oder der Klassenlehrer, miteinbezogen werden. Wenn jedoch nicht bekannt ist, wer gegen das Persönlichkeitsrecht verstoßen hat, kann man als letzten Schritt auch eine Anzeige gegen unbekannt  erstatten.