Im Rahmen des Deutschunterrichts bei Frau Brandt lasen die Schülerinnen und Schüler der Klasse E1d den Roman „Chronist der Winde“ von Henning Mankell. Das Werk und die Thematik des Werkes haben einen sehr starken Eindruck bei mir hinterlassen, weshalb ich mich dazu entschloss, eine Rezension zu schreiben, damit auch andere die Geschichte Nelios kennenlernen.

„Wenn man Angst hat, ist das, als würde man an einem unstillbaren Hunger leiden, sagte er. Ist man dagegen beunruhigt, leistet man der Unruhe Widerstand.“ (S. 9, dtv)

Foto: Senem

In dem Roman „Der Chronist der Winde“ von Henning Mankell aus dem Jahre 1995 geht es um die Erzählung des kurzen Lebens von dem Straßenjungen Nelio und wie er das Leben auf den afrikanischen Straßen mit seinem „Rudel“ bewältigt. Dieses Werk des Deutschen Taschenbuch Verlags (dtv) kostet 9,90 Euro und umfasst 267 Seiten.

Der Roman beginnt damit, dass der Ich-Erzähler José Antonio Maria Vaz, um den verstorbenen Nelio trauert und der Leserschaft mitteilt, dass er die kurze Lebensgeschichte Nelios nacherzählt. Nelio hat seine Lebensgeschichte José innerhalb von neun Nächten, während er im Sterben lag, erzählt. Seine Geschichte handelt von der Flucht aus seinem Dorf in die Großstadt und von den Freundschaften und Konflikten mit seinem „Rudel“, das auch nur aus Kindern besteht.

Die Zeitform des Romans springt von der erzählten Zeit Nelios zur Gegenwart, wo er im Sterbebett unter der Aufsicht von José liegt. Die Thematik befasst sich mit dem Leben auf den afrikanischen Straßen und zeigt, wie hart das Leben zu den afrikanischen Kindern, die eine schwere Kindheit haben, sein kann.

Obwohl der Roman in einfacher Alltagssprache verfasst ist, benutzt der Autor viele sprachliche Mittel, die sehr poetisch formuliert sind. Bezüglich der Verständlichkeit ist alles klar und logisch konstruiert. Die Spannung wird frühzeitig abgebaut, indem man von dem Tod Nelios erfährt. Trotzdem lohnt es sich, den Roman wegen der folgenden Handlung bzw. der Vorgeschichte Nelios zu lesen.

Ich würde das Werk vor allem ab der Mittelstufe empfehlen, da es auch brutale Szenen wie Mord und Vergewaltigung beinhaltet, die man jüngeren Kindern vorenthalten sollte. Doch dies ist die Realität und jeder sollte sie kennen. Der Roman verpackt diese in den afrikanischen Ländern sehr gut in passender Sprache. Als Schullektüre eignet sich das Werk besonders gut, da man sich im Deutschunterricht intensiver mit Literatur beschäftigt, als wenn man diese im privaten Zuhause liest. Die genauere Auseinandersetzung mit dieser Lektüre ist bei solch einer Thematik von großer Bedeutung. Die Intention dieser Geschichte ist, dass auch kleine, arme Straßenkinder Wunder vollbringen können.

Obwohl der Roman am Anfang schon das Ende erzählt, ist dieser meiner Auffassung nach sehr spannend und einfach sehr schön. Er zeigt eine neue, unbekannte Perspektive und bringt der Leserschaft die politische und kulturelle Situation Afrikas näher. Im heutigen Zeitalter zwischen wirtschaftlicher Korruption und Ausbeutung der Entwicklungsländer sollte man diese Geschichten nicht unentdeckt lassen. Henning Mankells „Der Chronist der Winde“ ist ein Roman, der berührt und fühlen lässt.