Wie würden Sie rückblickend Ihre Zeit an der ASS beschreiben?
Im Grunde war es eine sehr schöne Zeit, die mir gut gefallen hat. Dazu war sie auch eine anstrengende Zeit, da sie ebenfalls sehr arbeitsreich war. Der Beruf als Schulleiter ist mit jeder Menge Arbeit verbunden. Dazu gehören das Verwalten, das Führen vieler Gespräche und das Haben von Ideen. Jedoch war diese Zeit auch sehr erfolgreich, da sich die Schule entwickelt hat, Sanierungen durchgeführt wurden und unser Schulsystem von G9 zu G8 umgestellt wurde, um schließlich wieder zu G9 zurückzukehren. Insgesamt ist es uns, dem Kollegium und der Schulleitung, inklusive mir als Schulleiter, meiner Meinung nach gelungen immer wieder eine gute Schule entstehen zu lassen.

Foto: Klaus Schneider-Grimm

Was war Ihr lustigstes Erlebnis, was Ihr schwierigstes?
Das ist schwer zu sagen, da es viele schöne sowie schwere Momente gibt. Was mir mit am besten gefallen hat, war, dass die Stadt Offenbach einmal einen Wettbewerb veranstaltet hat, bei dem alle Schulen tanzen sollten. Die ganze ASS hatte sich auf dem alten Schulhof versammelt und alle fingen an zu einem Lied zu tanzen.

Mein schwierigstes Erlebnis war es mit Todesfällen umzugehen. Zu meiner Zeit als Schulleiter sind zwei Schüler sowie eine Kollegin, Frau Nubert, gestorben. Deren Tod hatte nicht nur mich getroffen, sondern uns, die ganze Schule. Trotz alledem finde ich, dass wir als Schule solch schwierige Situationen gut meistern konnten.

Was sind Ihrer Meinung nach Ihre Stärken und Schwächen?
Dies ist schwer zu beurteilen, da ich finde, dass Außenstehende, wie beispielsweise Lehrer, so etwas viel besser beurteilen könnten, als ich es könnte. Trotzdem versuche ich es: Eine meiner Stärken, welche zugleich eine meiner Schwächen darstellt, ist es, dass ich viele Ideen habe. Sobald man viele Entwicklungsideen hat, muss man immer die „guten“ von den „schlechten“ trennen, was mir nicht immer sehr leicht fällt. Abgesehen davon ist dies eher meine Stärke als Schwäche. Im Grunde habe ich mir immer gewünscht, dass sich die Schule zum Positiven entwickelt und ich möglichst viel dazu beitragen habe. Zu meinen Schwächen zählt, dass ich nicht viel kontrolliert habe. Ich meine damit, dass ein guter Schulleiter überall seine Augen haben sollte, welche ich nicht überall gehabt habe. Aus meiner Sicht hätte ich an dieser Stelle viel mehr kontrollieren müssen. Gleichzeitig finde ich es eine Stärke, da, sobald ich nicht überall hingucke, den Menschen um mich herum vertraue.

Es ging das Gerücht um, dass Sie länger an der ASS blieben, als Sie mussten. Was brachte Sie dazu?
Das stimmt. Ich bin drei Jahre länger an der ASS geblieben. Demnächst, im Juli, werde ich 68 Jahre alt, hätte aber schon mit 65 Jahren aufhören können. Jedoch sind wir damals eine selbständige Schule geworden. Dabei musste viel Neues gelernt werden, wie etwa Verwaltung, Finanzen und die Organisation von Entwicklung von Schule. Als das Kollegium damals beschlossen hat, dass wir eine selbständige Schule werden, haben wir vereinbart, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen den Übergang begleiten werde. Dies habe ich gerne gemacht.

Wie geht es für Sie nach den Sommerferien weiter?
Zuallererst werde ich mich ausgiebig ausruhen, indem ich beispielsweise mir mehr Zeit, die mir zukünftig nun zur Verfügung steht, beim Frühstücken nehme. Zudem gibt es wahrscheinlich noch einige Projekte, die ich mir überlegen werde. Genauso werde ich in der Lehrer- und Schulleiterfortbildung tätig bleiben. Ansonsten werde ich schauen, was sich wie in der Zukunft ergibt.

Würden Sie rückblickend den Lehrerberuf erneut wählen?
Auf jeden Fall, da ich sehr gerne Lehrer war. Er hat mir Spaß gemacht. Ich habe sehr gerne unterrichtet. Zum einen weil ich den Kontakt mit den Schülern sehr geschätzt habe und ihre Erzählungen sehr interessant fand, zum anderen sind es die vier Fächer Deutsch, PoWi, Geschichte und Ethik, die ich für sehr wichtig empfinde und mir Spaß gemacht haben sie zu unterrichten. Jedoch konnte ich leider aufgrund meiner Stelle als Schulleiter nicht mehr so viel unterrichten, würde dennoch den Beruf erneut wählen, um zu unterrichten.

Wie können Sie sich erklären, dass sich nur noch sehr wenige um die Stelle als Schulleiter/in werben? Ist dies an der ASS auch der Fall?
Die Stelle war an der ASS schon etwas länger ausgeschrieben, jedoch hatte sich anfangs niemand gemeldet. Bis vor Kurzem. Somit gibt es zwei Bewerber, die nicht von der ASS selbst kommen.

Wichtig zu wissen ist, dass man als Schulleiter viel zu tun hat und es sein kann, dass man des Öfteren zwischen zehn bis zwölf Stunden am Tag in der Schule bleiben muss. Der Beruf hat mit viel Verantwortung sowie Gestaltungsmöglichkeiten zu tun. Außerdem muss man jede Menge Erfahrung mitbringen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass der Beruf relativ kompliziert ist, da man die Schule mit ihrem System begreifen sowie die Kommunikation mit den Lehrern und Schülern stimmen muss. Dazu muss man ebenfalls einiges vom Finanz- und Verwaltungsrecht verstehen sowie auch Lust haben, einige Repräsentationen zu machen. Das Tolle, was zugleich das Schwierige am Beruf ist, ist seine Vielgestaltigkeit. Dafür muss jemand gefunden werden, obwohl ich glaube, dass die meisten keine Lust auf einen derartig anstrengenden Beruf hätten.

Inwiefern wird Ihnen der Beruf sowie die Schule inklusive allen Schülern und Lehrern fehlen?
Anfangs muss ich erwähnen, dass ich 43 Jahre lang Lehrer war und 25 davon in der Schulleitung tätig war. Ich freue mich darauf, etwas Neues zu erleben und mich etwas ausgiebiger ausruhen zu können. Trotzdem werden mir der Kontakt zu den Schülern und Lehrern sowie die Gespräche, die sich daraus entwickeln, fehlen.

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