Habt ihr euch auch mal während der olympischen Winterspiele gefragt, warum Sportler auf dem Eis um einen Stein herumschrubben oder was es mit der Fläche auf sich hat, die aussieht wie eine Zielscheibe? Das ist eine in Deutschland wenig verbreitete Wintersportart auf dem Eis namens Curling. Wenn ihr diese Sportart im Fernsehen gesehen habt, dachtet ihr bestimmt, warum so was olympisch ist, oder? Curling mag einfach aussehen, wird aber nicht umsonst als „Schach auf dem Eis“ bezeichnet, da viele taktische Besonderheiten berücksichtigt werden müssen.

curling

Foto: "Curling" von Benson Kua. Lizenz: CC BY-SA 2.0


Es gibt zwei Theorien, woher das Wort Curling kommen könnte. Die eine besagt, dass es vom englischen Verb to curl (drehen) kommt, was die Bewegung der Spielsteine beschreiben soll. In der zweiten Theorie heißt es, dass Curling vom Verb to curr (kratzen) abgeleitet wird und die den kratzenden Ton des Steins auf dem Eis darstellen soll.

Historischen Dokumenten oder Bildern nach, entstand die Sportart im späten Mittelalter. Dort waren die Steine allerdings nicht genormt, es gab also keine Regeln, wie groß oder wie sie aussehen sollten. Die Spieler haben damals einfach unbehandelte, flache Steine aus Flüssen für das Curling benutzt. Außerdem war die Taktik, nicht so wie heute, Nebensache. Früher war Schottland das Land, wo Curling am meisten verbreitet war, heute ist es Kanada mit dem größten Verein „Royal Montreal Curling Club“.

Olympisch ist die Wintersportart seit 1998, dort fanden die Spiele in Nagano (Japan) statt. Wenig später durften auch Rollstuhlfahrer bei den Paralympics teilnehmen, dies erkannte die World Curling Federation an.


Das Spielfeld ist eine längliche Eisfläche (45m lang, 5m breit), die möglichst eben vorbereitet wird, damit die Steine ohne viel Reibung vorwärts curlen können. An beiden Enden ist eine zielscheibenähnliche Fläche aufgemalt, mit einem äußeren Ring und einem inneren. Der innere Ring, also das Zentrum wird button genannt und alles zusammen Haus (house). Ich erkläre hier die groben Spielregeln, wenn man jede Kleinigkeit erläutern würde, wäre das zu kompliziert.

Es spielen zwei Mannschaften mit je vier Spielern gegeneinander, die eine Reihenfolge während des Spiels haben: lead, second, third und skip.

Es werden generell acht oder zehn Spielabschnitte, die End genannt werden, gespielt. Während eines Ends lässt jeder Spieler zwei Steine über das Eis gleiten. Die Mannschaften wechseln sich je End ab. Es benötigt viel Training, „den Dreh rauszubekommen“, das heißt, die richtige Dosierung aus Geschwindigkeit, Drehimpuls und Zielen zu finden. Das Ziel ist es möglichst viele der acht eigenen Spielsteine innerhalb eines Ends näher am button des Hauses zu platzieren als die gegnerische Mannschaft. Für jeden dieser Steine gibt es einen Punk und das Resultat wird nach jedem Spielabschnitt festgehalten  Danach spielt man auf das entgegen gesetzte Haus weiter. Man darf natürlich die Steine der Gegner mit seinen eigenen wegstoßen, um näher ans Zentrum zu gelangen. Welches Team am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt.

Während der Stein über die Eisfläche curlt, wischen mindestens zwei Spieler einer Mannschaft mit einem Besen um den Stein herum, damit er entweder schneller oder langsamer wird oder in eine andere Richtung rutscht. Der Besen ist kein normaler Besen, den man in jedem Haushalt findet, sondern besteht aus Stoff- und Kunststoffkissen. Die Spielsteine sind aus 20kg schwerem Granit und haben farbige Griffe, damit man die Mannschaften auseinanderhalten kann.

Bevor ich mich über Curling informiert habe, habe ich mich gefragt, was für Schuhe die Spieler tragen. Derjenige, der den Stein in Bewegung setzt, trägt Schuhe mit spezieller, glatter Teflonsohle, er rutscht nämlich ein Stück mit, um einerseits besser zielen zu können und andererseits seinen Mitspielern Wischanweisungen zu geben. Für die anderen Teammitglieder gibt es Schuhe mit angerauter Gummisohle. Die sorgt dafür, dass man nicht so schnell auf dem  Eis ausrutscht.

Das Bundesland, in dem am meisten Curling gespielt wird, ist Bayern. Dennoch hat Hessen auch einen Verein, der Curling anbietet:

Eintracht Frankfurt
Eissporthalle Frankfurt, kleine Halle
Am Bornheimer Hang 4
60386 Frankfurt

Diese Sparte der Eintracht fasst lediglich 25 Mitglieder, aber vielleicht bist du bald dabei? Jetzt weißt du immerhin schon eine Menge über die Wintersportart, doch es gibt noch mehrere Regeln, die dich bestimmt überraschen werden.